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Montag, 16. Oktober 2017

Das Schulprogramm der Musikschule Allschwil

Schulprogramm nach Q2E

«Das Schulprogramm ist der Kristallisationspunkt der Qualitäts-Entwicklung. Es ist eine zeitlich begrenzte Vereinbarung, die nach innen — Orientierungshilfe für das pädagogische Handeln — und aussen — Information der Öffentlichkeit — wirkt. Es ist auch der Massstab, an dem die Entwicklung der Schule zu messen ist.»

Die verborgene Partitur …

Das Schulprogramm einer Musikschule ist der Partitur eines Orchesters vergleichbar. Dem Hörer und der Hörerin der Musik bleibt die Partitur verborgen, aber für die beteiligten Musikerinnen und Musiker enthält sie die verbindlichen Vereinbarungen ihres Zusammenspiels und des gemeinsamen Auftrittes gegenüber der Öffentlichkeit.

Im Zweifelsfall oder bei Misstönen gibt die Partitur Auskunft über die einzelnen Stimmen, über ihre Aufgaben und Pflichten und garantiert das harmonische Zusammenspiel der verschiedenen Register.

Wie in der Musik die Partitur lässt auch das Schulprogramm Spielraum in Bezug auf die Interpretation offen, welche im gemeinsamen Dialog und in der gegenseitigen kritischen Auseinandersetzung erarbeitet und weiterentwickelt werden kann.

Den Zuhörenden bleiben die Partitur und das Schulprogramm meistens verborgen. Sie nehmen lediglich wahr, dass die Musikerinnen und Musiker künstlerisch und pädagogisch gemeinsame Ziele verfolgen und erfreuen sich an der wunderbaren Musik.

Simone Guthauser

 

Wieso ein Schulprogramm?

Als mit Beginn des Schuljahres 2003/2004 das neue Bildungsgesetz des Kantons Baselland in Kraft getreten ist, sahen sich die Volksschulen und die Musikschulen als teilautonome Schulen mit vielen Forderungen bezüglich der Schulentwicklung konfrontiert. Die «Verordnung für die Musikschule» definierte die Aufgaben und Pflichten aller Schulbeteiligten neu, machte Aussagen zur Qualitätssicherung und verlangte von den Schulen, ein Schulprogramm mit zentralen Leitsätzen und Zielsetzungen zu formulieren.

«Zukunfts-Musik»

Die Musikschule Allschwil hat sich auf den Weg der systematischen und kontinuierlichen Schulentwicklung begeben und wird diesen Weg weiterhin beschreiten, damit das Kulturgut Musik den Kindern und Jugendlichen auch in Zukunft nahe gebracht und ihnen die Tür zur Welt des Musizierens geöffnet wird.

Q2E: Qualität durch Evaluation und Entwicklung

Grafische Darstellung: Qualitätsleitbild der Musikschule Allschwil

Nach der Auseinandersetzung mit verschiedenen Qualitätsmodellen entschied sich die Schulleitung der Musikschule Allschwil gemeinsam mit dem Schulrat für eine Umsetzung des Modells Q2E, Qualität durch Evaluation und Entwicklung.

Dieses Qualitätsmanagement Modell wurde 1996 – 2002 im Auftrag der Nordwestschweizerischen Direktorenkonferenz (NW EDK) von Peter Steiner und Prof. Norbert Landwehr entwickelt und wird heute im Zentrum Schulqualität an der Pädagogischen Hochschule FHNW (Fachhochschule Nordwestschweiz) ständig überprüft und im Praxis-Umfeld der Aargauer Schulen weiterentwickelt.

Die Schulleitung überzeugt das QMModell durch dessen starken Fokus auf die Qualitätssicherung und -entwicklung des Unterrichts und die Umsetzung der Schulentwicklung im Dialog mit dem Kollegium. Es war von Anfang an ersichtlich, dass ein sorgfältiges gemeinsames Aufgleisen der wichtigen Anliegen, wie zum Beispiel das Formulieren eines Qualitätsleitbildes oder verankerte Konzepte für kollegiales Feedback, nicht von heute auf morgen umzusetzen war. Trotzdem entschied man sich für den längeren Weg, um das Vorwärtskommen der Musikschule Allschwil langfristig und nachhaltig zu sichern und die intrinsische Motivation der Mitarbeitenden zu gewährleisten. In diesem Sinne versteht sich das vorliegende Schulprogramm als ein Qualitätsund Führungshandbuch, das den Schulbeteiligten wie auch Aussenstehenden Einsicht in die Art und Weise gibt, wie in der Schule in gemeinsamer Verantwortung Ziele formuliert und erreicht werden. Das detaillierte Inhaltsverzeichnis erklärt sich einerseits dadurch, dass komplexen Abläufen Rechnung getragen werden soll, und andererseits durch den Anspruch auf eine vollständige Sammlung der Rechtsgrundlagen und aller schulrelevanten Dokumente.

Die verschiedenen Bereiche des Schulprogramms

Der Aufbau der Strukturierungsebenen

Es werden die drei Q-Bereiche Inputqualitäten, Prozessqualitäten und Outputqualitäten unterschieden, wobei der Aspekt der Prozessqualitäten in die beiden wichtigen Bereiche Schule und Unterricht aufgegliedert ist. Damit entstehen vier Qualitätsbereiche, die das Grundgerüst des Schulprogrammes bilden:

  • Inputqualitäten
  • Prozessqualitäten Schule
  • Prozessqualitäten Unterricht
  • Outputqualitäten

Unter den Inputqualitäten versteht sich alles, was vom Kanton oder von den Trägergemeinden Allschwil und Schönenbuch als schulische Rahmenvorgaben und strategische Vereinbarungen vorgegeben ist. Dies sind sowohl personelle und strukturelle Voraussetzungen als auch materielle Ressourcen.
Zu den Prozessqualitäten des Bereichs Schule gehören alle Vereinbarungen und Dokumente, welche die Schulführung und die Lehrerschaft betreffen und für den gesamten Aufbau und das Funktionieren der Schuladministration und Organisation von Bedeutung sind. Ebenfalls in diesen Bereich fallen die kollegiale Zusammenarbeit und die Schulkultur.
Im Bereich Unterricht geht es primär um die pädagogischen Konzepte (Lehr und Lernarrangement), um die Form der Mitsprache von Eltern und Schülerninnen und Schülern als auch um diverse Fördermassnahmen zu den Themen Prüfen und Beurteilen.
Mit den Outputqualitäten präsentiert die Schule sich der Öffentlichkeit mit ihren Lernergebnissen, den schulinternen Erfolgen, mit Auftritten und Projekten, mit der jährlichen Schulstatistik und dem Jahresbericht.
Das Qualitätsmanagement der Schule bezieht sich auf alle Bereiche und soll durch kontinuierliche Entwicklung und regelmässige Evaluation (Q2E) die ständige Verbesserung der einzelnen Bereiche mit den bestehenden Prozessen garantieren. Der Hauptfokus richtet sich dabei auf die Steuerung der Q-Prozesse durch die Schulleitung, die Praxis der individuellen Q-Entwicklung und des Individualfeedbacks und auf die interne und externe Evaluation.
Die Q-Bereiche Schule und Unterricht werden ergänzt durch eine umfassende Sammlung aller relevanten Formulare. Die äussere Form des Schulprogrammes in einem Ordner garantiert die Möglichkeit der fortlaufenden Anpassung an veränderte Bedingungen, indem einzelne Bereiche jederzeit aktualisiert und ergänzt werden können.

Ablösung bisheriger Rechtsgrundlagen und Inkraftsetzung des Schulprogrammes

Sämtliche Rechtsgrundlagen, schulische Rahmenvorgaben und strategische Vereinbarungen des Kantons und der Gemeinden Allschwil und Schönenbuch finden sich unter dem Bereich Inputqualitäten (Kapitel 1–4). Gestützt auf §59 der kantonalen Bildungsgesetzgebung (BGG) beschliesst der Schulrat der Musikschule am 21. Mai 2007 das vorliegende Schulprogramm. Dieses Dokument löst alle bisherigen entsprechenden Gesetze, Verordnungen, Reglemente und Richtlinien ab.
Das Schulprogramm tritt nach dem Beschluss des Einwohnerrates bezüglich der Teilrevision des Jugendmusikschulreglementes (Geschäft 3687) per 13.8.2007 in Kraft.